Höhere Belastung, weniger Geld, weniger Arbeitsplätze? Keine gute Woche für Beschäftigte
Wie die Beschlüsse dieser Woche dich ganz konkret betreffen könnten: deine Tankfüllung in dieser Woche, deinen Arztbesuch im nächsten Jahr.
Guten Morgen,
vielleicht hast du die Nachrichten rund um Sparpakete, Proteste und Klimarekorde im Alltagstrubel am Rande verfolgt.
Heute nehmen wir uns die Zeit, die Dynamiken in Ruhe einzuordnen und zu schauen, was sie konkret für dich und dein Leben in unserer Region bedeuten.
Gesundheitssystem: Der beschlossene Sparkurs und sein Preis
Es war ein politischer Endspurt im Bundestag: Das umstrittene GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz wurde nach kontroverser Debatte beschlossen und kam direkt auf die Tagesordnung des Bundesrats.
Das Ziel klingt erst einmal positiv: Die gesetzlichen Krankenkassen sollen ab 2027 entlastet werden, um neue Beitragserhöhungen zu verhindern. Doch der Weg dorthin fordert von vielen Seiten Opfer. Geplant sind Ausgabenbremsen bei Praxen, Kliniken, Apotheken und der Pharmabranche, aber auch höhere Zuzahlungen für Medikamente. Es sollen statt 5 bis 10 Euro künftig 7,50 bis 15 Euro fällig werden. Eine jährliche Anpassung ist nicht mehr geplant.
Besonders heftig in der Kritik stehen die geplante Pflicht zur Vorlage einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) ab dem ersten Krankheitstag und das Aus für die telefonische Krankschreibung.
Das kritisiert unter anderem die Vorsitzende des Hausärztinnen- und Hausärzteverbandes namens Nicola Buhlinger-Göpfarth: „Spätestens der Bundesrat muss diese Irrfahrt stoppen. Wenn das Spargesetz so kommt, ist das ein einziges Fiasko für die Hausarztpraxen und ihre Patientinnen und Patienten”, sagte sie der Rheinischen Post.
Wenn du gesetzlich versichert bist, profitierst du zwar theoretisch von stabileren Beiträgen. Gleichzeitig könnten höhere Zuzahlungen bei Medikamenten deine Haushaltskasse belasten.
Solltest du krank werden, bedeutet die AU-Pflicht ab Tag eins vermutlich mehr Bürokratie und vollere Wartezimmer bei deinem Hausarzt. Hausärzte und Psychotherapeuten warnen bereits vor einer spürbaren Verschlechterung der Versorgung und längeren Wartezeiten.
Ein kleiner Einwurf: Frauen trifft die AU-Pflicht ab dem ersten Tag härter als Männer. Mit regelmäßigen Schmerzen wie beispielsweise Migräne oder der Periode, von der Männer nicht so oft beziehungsweise gar nicht betroffen sind, bedeutet das zusätzlichen Stress für eine Krankschreibung, wenn ohnehin schon die Kraft fehlt.
Einer Instagram-Seite, der ich sehr gerne folge, ist „investforwomen”. Sonst für Finanzthemen bekannt, haben sie auch einen Beitrag zu diesem Thema erstellt, den du dir einmal anschauen könntest:
Für deine Reflexion: Wie wichtig ist dir absolute Beitragsstabilität im Vergleich zu einem schnellen Zugang zu medizinischer Versorgung, wenn es dir mal schlecht geht?
Automobilindustrie: Existenzängste bei VW
In den deutschen Werken von Volkswagen herrscht Verunsicherung. Ein Sparkonzept des Vorstands sieht vor, bis 2035 vier deutsche Werke zu schließen und über 100.000 Arbeitsplätze abzubauen – auf der Streichliste stehen unter anderem Emden und Hannover.


