Moin!
An einem Nachrichtenthema bin ich in dieser Woche nicht vorbeigekommen: Drohnenangriffe. Die häuften sich in dieser Woche und das finde ich persönlich ganz schön beängstigend.
Vorfall Nummer 1: Die Drohnen am Leipziger Flughafen
Am Flughafen Leipzig/Halle ist in der Nacht zu Mittwoch, dem 5. August, ein verdächtiger Gegenstand gefunden worden: eine mit den Sprengstoffen „PETN“ und „Semtex“ präparierte Drohne.
Die Drohne wurde von einem Mitarbeiter auf der Start- und Landebahn mit einem Fußtritt aus der Luft geholt und brachte sie so zu Boden. Der Zünder soll nach der Meinung von Experten geklemmt haben. Diese entschärften den Sprengsatz kurze Zeit später.
Die Drohne befand sich nahe einer ukrainischen Transportmaschine vom Typ Antonow AN-124 Condor, wie ein Nato-Sprecher bestätigte. Eine mutmaßlich zweite Drohne stieß später außerdem mit einem Frachtflugzeug zusammen. Bei der Maschine wurden nach der Landung in Hannover leichte Beschädigungen festgestellt. (mdr)
Die Bundesanwaltschaft hat mittlerweile die Ermittlungen übernommen.
Jetzt einmal Juristendeutsch: Es bestehe der Verdacht des versuchten Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion und des gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr. So erklärte es die Karlsruher Behörde.
Wenn du dir ein genaueres Bild von Leipzig machen möchtest, kannst du dir dieses Video der Tagesschau anschauen:
Vorfall Nummer 2: Der Drohnenangriff auf einen Frachter einer Hamburger Reederei vor Odessa
Nur wenige Stunden später: Der Massengutfrachter „Emil“ wurde am Mittwoch rund 21 Seemeilen (etwa 39 Kilometer) vor der ukrainischen Hafenstadt Odessa mehrfach von Drohnen getroffen. An Bord brach ein Feuer aus und es sollen mehrere technische Systeme ausgefallen sein, sodass das Schiff zeitweise manövrierunfähig gewesen sein soll.
Die komplette Schiffscrew, elf Besatzungsmitglieder, wurde nach dem Angriff evakuiert und nach bisherigen Informationen wurde niemand verletzt. Deutsche befanden sich demnach nicht an Bord.
Nach Angaben ukrainischer Behörden wurde am selben Tag auch das Getreidefrachtschiff „Mera Queen“ im Schwarzen Meer angegriffen. Dabei kam ein Crewmitglied ums Leben. Das Schiff war mit Weizen beladen.
Interessant ist natürlich, wer hinter den Angriffen steckt. Das russische Verteidigungsministerium bestätigte Angriffe auf zwei Frachtschiffe, nannte jedoch weder deren Namen noch ihre Herkunft. Konkret zuweisen lassen sich die Angriffe also nicht. Moskau begründete die Attacken damit, dass die Schiffe angeblich Rüstungsgüter für die Ukraine transportiert hätten. (noz)
Unabhängig überprüfen lassen sich diese Angaben derzeit nicht, wie zahlreiche Medien berichteten.
Drohnenangriffe auf Zivilisten in der Ukraine nehmen zu
Neben diesen Vorfällen wirft der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj Russland eine gezielte Jagd mit Drohnen auf Zivilisten in der Stadt Cherson vor, nachdem diese Woche dieses Video in sozialen Netzwerken viral ging:
Es ist zu sehen, wie ein Gemüsehändler von einer Drohne angegriffen und verfolgt wird.
Die Vermutung ist auch bei den anderen Angriffen naheliegend, dass sie von Russland kommen. Wenn es so ist, wäre eine Grenze von Russland eindeutig überschritten. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) schloss "fremde Mächte" nicht aus.
Dabei ist die Angst vor Drohnenangriffen nicht neu: Bereits im vergangenen Jahr hatten die Kommunen, wie beispielsweise Osnabrück, bei Großveranstaltungen einen neuen Aspekt in ihrem Sicherheitskonzept zu beachten.
Während Sicherheitspoller zwar gegen Autos einen Schutz bieten, sind Luftangriffe deutlich schwieriger zu parieren. Bereits handelsübliche Drohnen könnten beispielsweise mit Sprengstoff beladen werden. (Hier kannst du die Hintergründe nachlesen: noz)
Dass Russland mutmaßlich nun so offen und in kurzer Zeit mehrere Angriffe startet, ist eindeutig neu.
Reflexionsfrage: Wie bewertest du die Angriffe? Verspürst du dadurch Angst und wenn ja, woher kommt sie?
Neuer Kurs für Bundeszentrale für politische Bildung
Eine andere Nachricht ist vielleicht weniger beängstigend, aber dennoch wichtig: Verändert gerade die Bundesregierung die politische Bildung in Deutschland?
Die Bundeszentrale für politische Bildung (BpB) steht vor einer spürbaren Neuausrichtung. Denn nach dem Rücktritt von Präsident und Ex-SPD-Politiker Sönke Rix nach gerade fünf Monaten im Amt richtet die Behörde ihre Arbeit künftig stärker an ihrem Kernauftrag aus, so sagt es eine Sprecherin der BpB. Doch was ist der Kernauftrag der BpB?
Ihre Ausrichtung: Themen wie staatliche Handlungsfähigkeit, innere und äußere Sicherheit, gesellschaftlicher Zusammenhalt sowie die Auseinandersetzung mit Linksextremismus und Islamismus werden priorisiert.
Neben der Konzentration auf Linksextremismus sollen auch gleichzeitig bisherige Projekte gestoppt werden – etwa das geplante Museum um die vor knapp 50 Jahren von der RAF entführte Lufthansa-Maschine „Landshut“ oder Studienreisen nach Israel.
Jetzt wird die BpB derzeit von Vizepräsident Volker Ullrich geleitet, der wie Rix früher dem Bundestag angehörte – allerdings für die CSU. Als offiziellen Rücktrittsgrund nannte Rix persönliche Gründe. Die Berliner Zeitung berichtete allerdings, dass es hinter den Kulissen Streit über eben diese Ausrichtung gegeben haben soll. Rix soll sich gegen das CSU-geführte Bundesinnenministerium und den Vizepräsidenten mit CSU-Parteibuch nicht habe durchsetzen können. (Zum Nachlesen: Berliner Zeitung, rnd, Jüdische Allgemeine)
Der Check und die Fragestellung:
Die Neuausrichtung bringt mich zu meiner Fragestellung: Wenn man sich die politisch motivierten Straftaten ansieht, die das BKA veröffentlichte, kommt man schnell zu einem anderen Schluss, den die BpB aufgrund ihrer Ausrichtung wohl gezogen hat:
Nach diesem Diagramm bleibt der Rechtsextremismus das größte Problem in Deutschland – gemessen an der politischen Kriminalität und nicht der Linksextremismus oder Islamismus. Warum die BpB sich nun vermehrt darum kümmern möchte, ist mir persönlich ein wenig schleierhaft.
Der Fokus verschiebt sich hin zu grundlegenden Stabilitäts- und Sicherheitsfragen. Das zeigt auch, wie staatliche Prioritäten in Zeiten gesellschaftlicher Debatten neu sortiert werden – ein Prozess, der Fragen aufwirft. Unter anderem, wie politische Bildung in einer vielfältigen Gesellschaft ausbalanciert sein sollte.
Wie siehst du die Neuausrichtung der BpB? Was empfindest du als gefährliche Prägung?
Stopp mal kurz… diese Mücke überträgt Krankheiten in Niedersachsen
Sie überträgt Krankheiten wie Dengue-Fieber oder Gelbfieber – und hat jetzt eine erste Brutstätte in Niedersachsen. Was die Ankunft der Tigermücke in Niedersachsen bedeutet.
Vereinzelt wurde die Asiatische Tigermücke schon häufiger in Niedersachsen nachgewiesen. Jetzt wurde in Hannover die erste Brutstätte entdeckt, wie das Niedersächsische Landesgesundheitsamt mitteilte. Hat das nun Auswirkungen auf die Bevölkerung? Und wie sollten sich Menschen verhalten?
„Eine erhöhte gesundheitliche Gefahr besteht aktuell nicht“, teilte das Gesundheitsamt mit.
Entdeckt wurde das neue Mückenvorkommen in einer Regentonne durch eine Bürgerin, die ein Foto an das Landesamt schickte. Weil dem Tier aber auch deutlich kleinere Wasservorkommen genügen, um Eier abzulegen, könnte sich die Population auch bereits ausgebreitet haben.
Ich wünsche dir eine ruhige Woche, aber nun erstmal einen schönen Sonntag.
Viele liebe Grüße
Hannah



