Rund 300 ausgefüllte Fragebögen und inzwischen Hunderte Menschen, die diesen Werkstatt-Newsletter lesen: Danke für euren Vertrauensvorschuss! Ihr spiegelt uns, dass auch ihr das Gefühl habt, dass die Medienlandschaft aus dem Gleichgewicht geraten ist und helft uns Tag für Tag, jede Kante an Orfield zu schärfen.
Was bleibt, wenn man zuhört
In den vergangenen Wochen waren wir viel unterwegs und haben das direkte Gespräch mit neuen Mitstreiterinnen und Mitstreitern gesucht, ihre Gedanken gehört und unsere Vision mit ihnen geteilt. Wir waren zum Beispiel in der Osnabrücker Innenstadt unterwegs und haben uns mit Studierenden aus Flensburg ausgetauscht. Drei Stimmen aus den Gesprächen blieben mir dabei besonders im Kopf:
Ein Passant erzählte uns, die Nachrichtenlage sei für ihn oft „traurig hoch drei“. Eine andere sagte, sie müsse sich fast schon selbst vor der Nachrichtenflut schützen, wolle aber natürlich trotzdem wissen, was in der Welt vor sich geht. Ein anderer Befragter brachte es so auf den Punkt: „Guter Journalismus braucht endlich wieder Zeit für echte Recherche, den Mut, Themen unvoreingenommen von mehreren Seiten zu beleuchten, und die Freiheit von äußerem Druck.“
Nachrichten, die nicht an den Nerven zerren
Genau hier werden eure Rückmeldungen für uns greifbar: Es geht euch nicht einfach nur um „weniger Nachrichten“ – als wäre Wegsehen die Lösung. Ihr habt uns gesagt, worauf es wirklich ankommt: auf echte, spürbare Entlastung im Alltag. Auf ein Format, das den Kopf nicht mit Lärm verstopft, sondern verlässliche Einordnung bietet.
Aus all diesen Begegnungen nehmen wir mit, dass wir denselben Wunsch und dieselbe Vision teilen: Wir wollen Nachrichten, die uns wieder stärken und handlungsfähig machen, statt an uns herumzuzerren.
Gedankliche Haltestellen: Ein Impuls aus Flensburg
Wie so eine Entlastung ganz praktisch aussieht, kam vor allem in unserem Workshop mit den Studierenden in Flensburg zur Sprache: Dort gab es den Vorschlag: Kapitelmarken in den geplanten langen Hör- und Lesestücken einzusetzen. So sehr man Tiefe schätzt – die ruhigen Minuten im Bus beim Pendeln reichen nicht immer aus um die ganzen 15 Minuten eines Longreads zu hören. Kapitel könnten hier gedankliche Haltestellen setzen.
Du kennst unsere Formate noch nicht? Dann klick hier. Wir haben sie anhand von Interviews mit verschiedenen Menschen entwickelt und wollen sie gemeinsam mit euch weitergestalten.
Danke, dass ihr diese Werkstatt mit Leben füllt und an einen Journalismus glaubt, der wieder gut tut.
Ich wünsche dir ein entspanntes Wochenende und Zeit für einen klaren Kopf.
Viele Grüße, Christin


